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Burgruine Kallmünz

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Am Zusammenfluss von Vils und Naab ragt auf dem "Schlossberg" über Kallmünz die stolze Burgruine empor. Zahlreiche Touristen, Heimatfreunde und auch Künstler werden Jahr für Jahr von den alten Gemäuern angezogen. Zahlreiche Geheimnisse jedoch bleiben dem 'bloßen' Betrachter verborgen, denn archäologische Funde beweisen, daß der Höhenrücken weit mehr verbirgt, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Eine ausgedehnte vorgeschichtliche Anlage (ca. 50 ha) aus keltischen Zeiten beweist, das der Sporn zwischen Naab- und Vilstal schon früh für die Verteidigung genutzt wurde. Siedlungszeugnisse finden sich jedoch aus allen Perioden der Geschichte. Von dieser Anlage ist auf den ersten Blick nur noch wenig zu erkennen. Der noch heute hoch aufragende Abschnittswall ("Ungarnwall") vor der Burgruine stammt aus dem frühen Mittelalter (um 900), er umschloss eine große Fluchtburg. Diese "Burgen" sollten in Zeiten der Gefahr der umliegenden Bevölkerung als Rückzugspunkt dienen.

Eine konkrete Datierung der Burg ist bis heute leider nicht möglich, man vermutet jedoch, daß sie im 13. Jahrhundert, im Zeitalter der Gotik, erbaut wurde, worauf spätromanische Elemente bei Palas und Bergfried hinweisen. Außerdem fehlen für frühere Jahrhunderte typische Bausubstanzen, wie z.B. der im 12. Jahrhundert häufig verwendete Buckelquader. Zudem weist die Anlage charakteristische Merkmale des Burgenbaus des 13. Jhdts. auf: sie besteht aus Ringmauer, Bergfried und Palas mit integrierter Kapelle.

Im Jahre 1188 erwarben die Wittelsbacher die Anlage über die Grafen von Sulzbach. Der Bauplatz war zweifellos aufgrund hervorragender wirtschaftlicher und geographischer Bedingungen gewählt worden: zum einen wurde dem Feind ein Angriff durch die steilen Hänge erschwert. Zum anderen war das Gebäude handelsbezogen perfekt situiert, denn Vils und Laaber boten sich als Transportwege von Handelsgütern an. 1329 wird im Vertrag von Pavia festgelegt, daß "burch und marcht" Kallmünz als zusammengehöriger Wittelsbacher Besitz betrachtet werden sollen. 1344 wird die Burg von Kaiser Ludwig dem Bayern an Regenburg verpfändet. Die Burg bleibt jedoch nicht in den Händen der Regensburger, sondern wird am 20.März 1347 an den Landgrafen von Thüringen, und nur eine Woche darauf an den Landgrafen von Hessen verpfändet.

In der nachfolgenden Zeit blieb die Burg pfälzisch, bis Herzog Albrecht III die Anlage im Jahr 1459 wieder für Oberbayern erwerben konnte. Im Jahre 1504 begann mit dem Landshuter Erbfolgekrieg der Niedergang der Burg Kallmünz. Pfälzische und böhmische Truppen steckten die Festung angeblich in Brand.

Im Dreißigjährigen Krieg schließlich wurde die Burg 1641 von den Schweden eingenommen und zerstört. In all den Jahren wurde sie bis heute nicht wieder aufgebaut, jedoch setzte man sich seit dem angehenden 19. Jahrhundert für den Erhalt der Ruine ein.

Zustand und Besonderheiten
Kallmünz liegt in beherrschender Lage über dem Zusammenfluss von Naab und Vils. Die relativ große Anlage wird an zwei Seiten von Felswänden begrenzt, die dritte, dem Plateau zugewandte Seite schützt ein heute relativ flacher Halsgraben und ein Zwinger mit Mauerturm, die aus Bruchsteinen bestehen und erst im 15 Jahrhundert angefügt wurden. Die eindrucksvolle Ringmauer, die auf der Angriffseite ebenfalls halbrunde Mauertürme mit Schießscharten hat, ist fast vollständig erhalten. Sie ist wie der Bergfried und der Palas mit kleineren, grob behauenen Kalksteinquadern verblendet, stammt also aus der gleichen Zeit. Im Süden, Ort und Hang zugewandt, befindet sich ein zusätzlicher, mit einem kleinen Torbau geschützter Ausgang.

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Man betritt die Burg durch das frühgotische Torgebäude im Norden, dessen Bogen in neuerer Zeit ergänzt wurde. An der Vorderseite des Tors lassen sich noch Rinnen für ein Fallgatter erkennen. Westlich anschließend sind innen überwucherte Fundamente von Nutzgebäuden zu sehen.

Im Inneren des Rings zentriert, findet man den heute noch knapp 20 m hohen, runden Bergfried, der aus massiven Mauersteinen erbaut wurde.

Der rundbogige Eingang liegt in ca. 8 m Höhe. Das oberste Geschoss mit größeren Fensteröffnungen ist nicht mehr in voller Höhe erhalten. An der geschützten Südostseite direkt über der Felswand liegt der zweigeteilte Palas und die Kapelle. Die schönen, rundbogigen Arkadenfenster im Obergeschoss des Palas (siehe Titelbild) stammen aus der Spätromanik und weisen Pflanzen- und Figurenschmuck an den Mittelsäulen auf. Daneben existieren aber auch spitzbogige Arkadenfenster der frühen Gotik, die allerdings nicht später eingefügt, sondern während der Bauzeit entstanden sein müssen. Die Kapelle ist im Untergeschoß ebenfalls mit kleinen Spitzbogenfenster bestückt. Kunsthistorisch lässt sich deshalb die Entstehungszeit der heute sichtbaren Burg auf die Zeit zwischen 1200 und 1250 festlegen. Die Architekten gingen mit der "Mode" und vollzogen den Stilwechsel von der Romanik zur Gotik im fortlaufenden Bau.

Der Palas hat einen unregelmäßigen, mehreckigen Grundriss und ist in der Mitte durch eine Scheidemauer geteilt, auf der das Dach saß. An den Innenwänden des Gebäudes finden sich Balkenlöcher, an denen man die Stockwerkseinteilung gut ablesen kann. Es gab 2 Stockwerke mit Küchen und Vorratsräumen, im obersten Geschoss lagen zwei größere "Rittersäle", die durch einen rundbogigen Durchgang verbunden sind.

Anfahrt
Von der A 3 Abfahrt Beratzhausen oder von der A 93 Abfahrt Ponholz und über Burglengenfeld ist der malerische Ort Kallmünz schnell erreicht. Vom Ort aus führen ein kurzer (sehr steiler) Weg und ein bequemerer (sehr langer) Weg zur Ruine. Die Anlage und der Bergfried sind ganzjährig begehbar.

Parkplätze
Parkmöglichkeiten im Ort.

Informationen zu Kallmünz

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Wunderschöne Lage, weiter Blick ins Naabtal Richtung Regensburg und in die andere Richtung bis Burglengenfeld. Das Naabtal eignet sich wunderbar für Radwanderungen, auf den sanft geschwungenen Höhen über dem Fluss kann man wandern oder paragliden.

Der idyllische Ort Kallmünz am Fuss des Berges hat sich sein mittelalterliches Aussehen mit Brücke und engen Gassen weitgehend bewahrt und ist mit Sicherheit einer der romantischsten Orte der Oberpfalz. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich hier berühmte Maler zu Gemälden inspirieren, unter ihnen Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Kurios ist das in die Felswand eingebaute Haus, das direkt unterhalb der Burgruine liegt.

Weitere Infos
Verwaltungsgemeinschaft Kallmünz
Telefon 09473/94010
Internet www.kallmuenz.de

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